Elektroautos haben riesige Batterien — und die stehen die meiste Zeit still. Vehicle-to-Grid (V2G) macht aus dieser ungenutzten Kapazität einen intelligenten Stromspeicher. Tagsüber lädt dein E-Auto überschüssigen Solarstrom, abends speist es den Strom zurück ins Hausnetz. In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif geht noch mehr: Das Auto lädt nachts zu Niedrigpreisen und stellt tagsüber günstigen Strom bereit. Das Ergebnis ist ein System, das PV-Erzeugung, Fahrzeugnutzung und Strommarkt intelligent verknüpft — und deine Stromkosten erheblich senken kann.
Vehicle-to-Grid (V2G) bedeutet, dass dein Elektroauto nicht nur Strom aus dem Netz oder der PV-Anlage aufnimmt, sondern bei Bedarf auch wieder zurückspeist — ins Hausnetz (V2H) oder ins öffentliche Stromnetz (V2G).
Eine typische EV-Batterie hat 40 bis 80 kWh Kapazität — das Zehn- bis Zwanzigfache eines üblichen Heimspeichers. Selbst wenn nur ein Teil für die Rückspeisung freigegeben wird, reicht das für einen kompletten Haushalt über Nacht.
Tagsüber erzeugt deine PV-Anlage oft mehr Strom als du verbrauchst. Statt ihn für wenige Cent einzuspeisen, lädt dein E-Auto den Überschuss und gibt ihn abends wieder ab. So steigerst du deinen Eigenverbrauch massiv — ohne zusätzlichen stationären Speicher.
Dein E-Auto lädt nachts zum Tiefpreis an der Strombörse und speist tagsüber zu Hochpreisen zurück. In Kombination mit einer PV-Anlage entsteht ein System, das Eigenerzeugung, günstige Börsenstunden und Rückspeisung intelligent verknüpft.
V2H ist die Vorstufe zu V2G: Das E-Auto speist nur ins eigene Hausnetz zurück, nicht ins öffentliche Netz. Regulatorisch ist V2H in Deutschland einfacher umsetzbar und bereits mit ersten bidirektionalen Wallboxen möglich.
Wenn Millionen E-Autos flexibel laden und entladen, entsteht ein verteilter Großspeicher, der Lastspitzen ausgleichen und erneuerbare Energien besser integrieren kann. V2G ist ein zentraler Baustein der Energiewende.
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V2G (Vehicle-to-Grid) speist Strom aus dem E-Auto ins öffentliche Stromnetz zurück. V2H (Vehicle-to-Home) speist nur ins eigene Hausnetz — dein E-Auto wird zum Hausspeicher. V2L (Vehicle-to-Load) stellt über eine Steckdose am Fahrzeug Strom für externe Geräte bereit, etwa beim Camping oder auf der Baustelle. Alle drei nutzen bidirektionales Laden, unterscheiden sich aber im Ziel der Rückspeisung.
Aktuell bieten unter anderem der Hyundai Ioniq 5, der Kia EV6, der Nissan Leaf (CHAdeMO) und der VW ID.7 (ab 2026) bidirektionales Laden. Die Verfügbarkeit wächst schnell — ab 2025/2026 planen mehrere Hersteller V2H- oder V2G-fähige Modelle mit CCS-Schnittstelle. Voraussetzung ist zusätzlich eine bidirektionale Wallbox.
Ja. Für bidirektionales Laden benötigst du eine zertifizierte bidirektionale Wallbox, die sowohl Laden als auch Entladen unterstützt. Hersteller wie Fronius (Wattpilot), SMA (EV Charger) oder Kostal entwickeln bereits passende Produkte. Die Wallbox muss außerdem mit deinem E-Auto-Modell und ggf. dem Wechselrichter kompatibel sein.
Die Auswirkungen hängen von der Zyklenanzahl, der Entladetiefe und dem Batterie-Management ab. Studien zeigen, dass moderates V2H (z. B. 20 bis 80 Prozent Ladezustand) den Akku kaum schneller altert als normales Laden. Hersteller wie Hyundai und VW passen ihre Garantiebedingungen zunehmend an V2G-Nutzung an.
Vehicle-to-Home (V2H) ist in Deutschland technisch und regulatorisch bereits möglich. Für die Netzrückspeisung (V2G im engeren Sinne) arbeiten Regulierungsbehörden und Netzbetreiber an Standardisierung und TAB-Anpassungen. Die technische Normung (ISO 15118-20) ist abgeschlossen, der Rollout hängt vom Zusammenspiel von Fahrzeug, Wallbox und Netzbetreiber ab.
Das hängt von deinem Verbrauchsprofil, dem dynamischen Stromtarif und der Fahrzeugnutzung ab. Konservative Schätzungen gehen von 300 bis 800 Euro zusätzlicher Ersparnis pro Jahr aus — durch optimierten Eigenverbrauch und Preisarbitrage bei dynamischen Tarifen. In Kombination mit einer PV-Anlage kann das den Break-Even der Gesamtinvestition deutlich beschleunigen.
RayDraft ermittelt den PV-Ertrag deines Daches und simuliert den Eigenverbrauch unter Berücksichtigung eines E-Autos. So siehst du, wie viel Solarstrom für das Laden verfügbar ist und wie sich dein Eigenverbrauchsanteil verändert — die Grundlage für eine sinnvolle V2G-Strategie.