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RayDraft Blog · Heizkosten-Rechner

Gas oder Wärmepumpe 2026?
Mit was Eigentümer wirklich rechnen sollten.

Wir rechnen ein Bestands-EFH durch und zeigen, wie PV, CO₂-Preis und das GMG die Rechnung verändern.

25. Februar 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Viele Eigentümer von Bestands-Einfamilienhäusern stehen 2026 vor derselben Frage: Wärmepumpe jetzt oder noch einmal Gas? Wir rechnen ein realistisches, transparentes Beispiel durch, basierend auf konkreten Eingaben aus dem RayDraft-Transformationsrechner. Die laufende Debatte um das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sorgt bei vielen Eigentümern für Verunsicherung, weil künftig Vorgaben wie Biogasquoten, CO₂-Preise oder Fördersätze die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen verändern könnten. Unser Ziel ist es, diese regulatorische Einordnung anhand eines realistischen Beispiels sichtbar zu machen.

Ausgangsszenario: Modernisiertes Einfamilienhaus

Für den Vergleich nutzen wir ein Bestands-EFH mit Gasheizung und fokussieren den Heizungstausch. Ölheizung bleibt bewusst außen vor.

ParameterWert
GebäudetypEinfamilienhaus, Bestand modernisiert
Haushaltsstromverbrauch3.500 kWh/Jahr
Gasverbrauch am Zähler16.000 kWh/Jahr
Kesselwirkungsgrad (Gas)90 %
Nutzwärmebedarf (abgeleitet)14.400 kWh/Jahr

Annahmen 2026: laufende Betriebskosten

Für diesen Vergleich betrachten wir bewusst nur die jährlichen Betriebskosten, Investitionen lassen wir außen vor, um den direkten Budgeteffekt sichtbar zu machen.

Die verwendeten Arbeitspreise spiegeln realistische Marktwerte für 2026 wider, sie sind keine Garantiepreise. Grundpreise und individuelle Netzentgelte sind nicht berücksichtigt.

Hinweis: Strom- oder Gaspreise können kurzfristig um ein paar Cent pro kWh schwanken. Solche Änderungen beeinflussen die absoluten Kosten, nicht aber die grundsätzliche Wirtschaftlichkeit der Szenarien.

AnnahmeWärmepumpeGasheizung
Nutzwärmebedarf14.400 kWh/Jahr14.400 kWh/Jahr
SCOP / WirkungsgradSCOP 3,0Kessel 90 %
Energieeinsatz4.800 kWh Strom/Jahr16.000 kWh Gas/Jahr
Strompreis34 ct/kWh (Haushalt)
Optionaler WP-Tarif28 ct/kWh
Gaspreis11 ct/kWh

Ergebnis im ersten Jahr

PositionWärmepumpeGasheizung
Gasheizung (Status, 16.000 kWh × 11 ct)1.760 €/Jahr
Wärmepumpe mit Haushaltsstrom (4.800 kWh × 34 ct)1.632 €/Jahr
Wärmepumpe mit WP-Tarif (4.800 kWh × 28 ct)1.344 €/Jahr

Kurzfazit aus der Rechnung

Gegenüber der Gasheizung spart die Wärmepumpe im ersten Jahr 128 €/Jahr mit Haushaltsstrompreis und 416 €/Jahr mit WP-Tarif. Die CO₂-Einsparung gegenüber der Gasheizung ist in beiden Fällen gleich: 1,61 t CO₂e.


Warum die Gasheizung ab 2029 riskanter wird

Für 2029 rechnen wir mit einem optimistischen Beispielpfad: 10 % Biogas-Beimischung, CO₂-Preis nur auf den fossilen Anteil und weiterhin 16.000 kWh Gasverbrauch.

Der CO₂-Preis ist ab 2027 besonders unsicher, weil der Übergang vom nationalen System in den EU-ETS II stattfindet. Die hier verwendeten Werte (80/95/110 €/t) sind deshalb als plausible Bandbreite zu lesen, nicht als Prognose.

Die Biogas-Aufschläge in der Tabelle sind bewusst als Modellbandbreite gesetzt, weil Endkundentarife regional und vertraglich stark variieren. Je nach lokaler Beschaffung können diese Aufschläge höher oder niedriger ausfallen.

Annahme 2029OptimistischRealistischPessimistisch
Fossiler Gas-Arbeitspreis11,0 ct/kWh12,0 ct/kWh13,0 ct/kWh
Biogas-Aufpreis auf 10 %-Anteil+6 ct/kWh+10 ct/kWh+14 ct/kWh
Gemischter Arbeitspreis11,6 ct/kWh13,0 ct/kWh14,4 ct/kWh
CO₂-Preis80 €/t95 €/t110 €/t
CO₂-pflichtiger Anteil90 %90 %90 %
Ergebnis bei 16.000 kWh/JahrOptimistischRealistischPessimistisch
Energiekosten Gas (ohne CO₂)1.856 €2.080 €2.304 €
CO₂-Kosten (nur fossile 90 %)231 €275 €318 €
Gesamtkosten Gas/Jahr2.087 €2.355 €2.622 €
Mehrkosten ggü. 2026-Gas (1.760 €)+327 €+595 €+862 €

Fazit: Die Biogas-Beimischung reduziert die CO₂-Kosten leicht, macht Gas aber nicht automatisch günstiger. Zum Vergleich: Mit moderat erwarteter Strompreissteigerung liegt die Wärmepumpe 2029 bei etwa 1.733 €/Jahr (Haushaltsstrom) bzw. 1.425 €/Jahr (WP-Tarif). Selbst im moderat-optimistischen 2029-Gasfall bleibt damit ein deutlicher Kostenvorteil auf Wärmepumpen-Seite. Die Einsparungsbandbreite gegenüber Gas liegt damit bei rund 354 € bis 1.197 € pro Jahr, je nach Gaspreispfad und Stromtarif.

Kosten vs. Risiko 2029: Warum Gas unberechenbarer wird

Der entscheidende Unterschied zwischen Gas und Wärmepumpe liegt nicht nur in den jährlichen Euro-Zahlen sondern auch im Risikoprofil. Ab 2029 ist Gas mehreren Unsicherheiten ausgesetzt, während die Wärmepumpe im Wesentlichen von Strompreis und realer Effizienz (SCOP/JAZ) abhängt.

Selbst wenn die reinen Betriebskosten ähnlich aussehen, summieren sich diese Risiken bei Gas. Für Eigentümer erhöht das die Unsicherheit und verschiebt die langfristige Vorteilslage klar zugunsten der Wärmepumpe.


Was, wenn noch PV dazukommt?

PV reduziert direkt den Strombezug. Für eine Wärmepumpe wirkt das doppelt: weniger Netzstrom für den Haushalt und gleichzeitig weniger zugekaufter Heizstrom. Bei einer Gasheizung bleibt die Raumwärme dagegen komplett an zugekauftes Gas gebunden.

SzenarioEnergiekosten/JahrCO₂/Jahr
Status quo4.187 €5,93 t CO₂e
PV, Gas bleibt3.187 €3,53 t CO₂e
PV + Wärmepumpe2.487 €2,02 t CO₂e

Selbst im realistischen 2029-Pfad für Gas, inklusive CO₂-Preis und Biogasquote, steigen die Kosten zusätzlich um 595 € pro Jahr gegenüber 2026. Damit bleibt die Kombination aus PV + Wärmepumpe sowohl kostenseitig als auch CO₂-seitig überlegen.


Unser Fazit

Unsere klare Meinung: Für dieses Bestands-EFH ist die Wärmepumpe heute vor allem eine strategische Entscheidung, die sich in den kommenden Jahren wirtschaftlich deutlich auszahlt. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ist mehr politische Show als ökonomischer oder ökologischer Gewinn.

Gas kann kurzfristig noch funktionieren, aber mit steigenden CO₂-Preisen, Biogasquoten, geopolitischen Preisschwankungen und unsicheren Netzentgelten ist es zu riskant, um verlässlich zu planen. Wer heute auf Gas setzt, kauft sich vor allem zukünftige Kopfschmerzen ein.

Mit einer PV-Anlage wird die Wärmepumpe zusätzlich zum Gewinnpaket: selbst Strom erzeugen, Gaspreise umgehen, CO₂ senken. Alles planbar und unabhängig vom politischen Roulette.